Tipps zu Blattbearbeitung und Feinabstimmung


  • Es empfiehlt sich, das Rohrholz an die Feuchtigkeit zu gewöhnen.
  • Vergessen Sie daher nicht, das Rohrblatt einzuspielen: Spielen Sie einige Tage nur wenige Minuten auf dem Blatt und glätten Sie eventuell die Unterseite nach, um aufstehende Fasern wegzunehmen.

1. Das Blatt ist zu leicht

Hier gibt es die Möglichkeit, das Blatt versuchsweise etwas in Richtung Mundstückspitze vorzuspannen um festzustellen, ob das Blatt schwerer wird. Sollte dies der Fall sein, schneidet man die Blattspitze mit dem Blattschneider etwas ab. Zuerst nur ganz wenig und wenn nötig, wird die Blattzunge noch ein bisschen verkürzt.

Als weitere Hilfe kann die Unterseite des Blattes nachgeschliffen werden, wobei der Druckpunkt der Finger in Richtung Blattende verlagert wird. Dadurch wird die Blattöffnung an der Bahn des Mundstücks größer und das Blatt schwerer anzublasen sein.

2. Das Blatt ist zu schwer

In diesem Fall werden die Unterseite und die Zunge etwas nachgeglättet, um eventuell aufstehende Fasern wegzunehmen. Ist das Blatt noch immer zu schwer, schleift man an der Schulter ein bisschen weg (dabei kann auch eventuell vorhandenes Rauschen des Blattes vermindert werden).

Führt auch dies nicht zum gewünschten Erfolg, muss die ganze Zunge nachgeschliffen werden. Bei diesem Vorgang werden die symmetrischen Blatthälften mit kreisförmiger Schleifbewegung dünner geschliffen, wobei der Kern des Blattes nicht berührt werden darf. Ebenso soll die Blattspitze nicht zu dünn geschliffen werden (siehe Punkt 12).

Beim Drehtest kann festgestellt werden, ob beide Blatthälften gleich frei schwingen können. Dabei wird das Mundstück abwechselnd nach rechts und links gedreht angeblasen. Schwingt eine Blatthälfte nicht frei genug, so ist diese zu dick und muss noch nachgeschliffen werden.Screenshot 2016-02-22 12.33.03

3. Schlechte Ansprache im tiefen Register

Der hintere Bereich des Blattes ist zu dick. Daher muss von der Schulter bis zur Hälfte der Zunge etwas weggeschliffen werden. Der Kern darf nicht berührt werden.

4. Schlechte Ansprache im mittleren Register

Im Bereich unter der Blattspitze muss etwas weggenommen werden. Bei dieser Feinarbeit ist es besser, sich schrittweise voranzutasten, um das Blatt immer wieder dazwischen anblasen zu können. Ebenso dürfen die Blattspitze und beide Blattecken nicht versehentlich dünner geschliffen werden (siehe Punkt 11 und 12).Screenshot 2016-02-22 12.33.08

 

5. Schlechte Ansprache im hohen Register

Die Zunge kann zu lang sein oder aber das ganze Blatt beziehungsweise die Seitenkante ist zu dünn.

6. Schlechte Ansprache beim Staccato

Die Blattspitze sowie der Blattspitzenbereich sind nicht ausgeglichen. Das Blatt schwingt daher nicht frei genug.

7. Das Blatt ist eng und es strömt wenig Luft durch die Mundstücköffnung

Die Unterseite ist wahrscheinlich verzogen. Daher glättet man sie nach und achtet auf die Blattspitze, damit diese nicht zu dünn wird. Weiters kann an den Schultern etwas weggenommen werden und das Blatt schwingt dadurch freier. Ebenso ist es möglich, den Blattspitzenbereich generell ein bisschen dünner zu schleifen

Screenshot 2016-02-22 12.33.12

8. Das Blatt ist weit offen, viel Luft strömt durch die Mundstücköffnung:

Die Unterseite wird etwas nachgeglättet. Führt dieser Vorgang noch nicht zum gewünschten Erfolg, kann die Unterseite mit dem in die Mitte verlagerten Fingerdruck nachgeschliffen werden.

9. Das Blatt freier und modulationsfähiger machen

Dazu kann im vorderen Drittel der Zunge von der Seitenkante kreisförmig nach innen etwas weggenommen werden.

Screenshot 2016-02-22 12.33.18

10. Das Blatt rauscht

Es ist durchaus möglich, dass sich das Rauschen des Blattes nach einigen Übetragen vermindert. Sollte dies nicht der Fall sein, kann die Oberfläche der Zunge generell etwas geglättet und an der Schulter ein bisschen weggeschliffen werden.

11. Das Blatt säuselt

Die Blattecken sind zu dünn und müssen daher abgerundet werden.

12. Das Blatt pfeift

In diesem Fall ist die Blattspitze wahrscheinlich zu dünn. Um diesen Umstand zu ändern muss mit dem Blattschneider ein Stück abgeschnitten werden. Es kann aber auch ein Riss an der Blattspitze für ein ungleiches Schwingungsverhalten verantwortlich sein.

13. Das Blatt „scheppert“ im Klang

Möglicherweise hat das Blatt zu wenig Kern in der Blattmitte oder die Blattspitze ist zu dick.

Copyright © 2000 Mag. Peter Leuthner